Die kurze Antwort
Wenn du einfach wissen willst, was du da liegen hast: scanne deine Karten mit der kostenlosen App. Du siehst dann pro Karte den aktuellen Cardmarket-Preis für den jeweiligen Zustand. Für ein Album mit hundert Karten bist du ein paar Minuten beschäftigt. Der Rest dieser Seite erklärt, wie diese Zahlen zustande kommen und worauf du achten solltest.
1. Bestimme, welche Karte du genau hast
Hier machen die meisten den Fehler. Von beliebten Pokémon gibt es dutzende verschiedene Karten, und der Wertunterschied zwischen zwei fast identisch aussehenden Karten kann Faktor hundert betragen.
- Das Set-Symbol rechts unten neben der Illustration verrät, aus welcher Erweiterung die Karte stammt.
- Die Kartennummer (zum Beispiel 4/102) steht direkt daneben. Eine Karte aus einem Set mit 102 Karten ist fast immer älter als eine aus einem Set mit über 200.
- Die Variante macht viel aus: Eine Reverse Holo (glitzernder Hintergrund, normale Illustration) ist etwas völlig anderes als eine Holo (glitzernde Illustration).
- 1st Edition — ein kleiner Stempel links neben der Illustration. Vintage-Karten mit diesem Stempel sind grob doppelt so viel wert wie dieselbe Karte ohne.
2. Schätze den Zustand ehrlich ein
Nach der Karte selbst ist der Zustand der größte Faktor beim Preis. Der Unterschied zwischen Near Mint und Played macht bei einer teuren Karte schnell die Hälfte des Wertes aus. Achte vor allem auf die Kanten und die Rückseite — dort sieht man Abnutzung zuerst. Halte die Karte schräg unter eine Lampe: weiße Kanten und kleine Dellen fallen dann sofort auf.
| Zustand | Woran du es erkennst |
|---|---|
| MTMint | Perfekt. Direkt aus dem Booster, keinerlei Makel zu finden. |
| NMNear Mint | Sieht neu aus. Höchstens eine winzige Kante bei sehr genauem Hinsehen. |
| EXExcellent | Leichte Abnutzung bei genauem Hinsehen sichtbar, wirkt aber sauber. |
| GDGood | Deutliche Abnutzung: weiße Kanten, leichte Kratzer oder eine kleine Delle. |
| LPLight Played | Ordentlich gespielt, aber heil: sichtbare Kantenabnutzung über die ganze Karte. |
| PLPlayed | Starke Abnutzung, eventuell ein Knick oder Fleck. Noch spielbar. |
| POPoor | Beschädigt: Risse, Wasserschaden oder fehlende Stücke. |
3. Schau auf den richtigen Markt
Das ist der Punkt, an dem die meisten Online-Preislisten für Sammler in Deutschland, Österreich und der Schweiz danebenliegen. Amerikanische Preise von TCGplayer oder eBay US sagen wenig darüber aus, was du hier bekommst. Versand aus den USA, Zoll und eine andere Nachfrage sorgen dafür, dass dieselbe Karte hier einen ganz anderen Betrag erzielt.
Cardmarket ist der europäische Marktplatz, auf dem der Großteil des Handels in Deutschland, Österreich und den Niederlanden stattfindet. Wir rechnen mit dem unteren Ende der aktiven Angebote dort, ohne die extremen Ausreißer — das kommt dem am nächsten, was du tatsächlich bekommst, wenn du heute verkaufen würdest.
Drei hartnäckige Irrtümer
„Alte Karten sind immer viel wert“
Das Alter allein bringt wenig. Von den normalen Karten aus Base Set und Dschungel wurden damals riesige Mengen gedruckt; die sind bis heute ein paar Cent wert. Seltenheit, Beliebtheit des Pokémon und Zustand bestimmen den Preis — nicht die Jahreszahl.
„Ich habe sie online für 200 € gesehen“
Ein Angebotspreis ist kein Verkaufspreis. Jeder darf verlangen, was er will. Zählen tut, wofür Karten tatsächlich weggehen, und das liegt fast immer unter dem teuersten Angebot.
„Lass alles graden, dann ist es mehr wert“
Graden kostet schnell 20 bis 30 € pro Karte plus Versand. Das lohnt sich nur bei Karten, die grob über 100 € liegen und in ausgezeichnetem Zustand sind. Beim Rest deines Albums zahlst du drauf.
Sieh in ein paar Minuten, was dein ganzes Album wert ist
Scanne deine Karten mit der kostenlosen App und erhalte pro Karte den aktuellen europäischen Marktpreis, basierend auf dem Zustand, den du angibst.
